in Kathmandu / Nepal

Mit dem Flug von Bangkok nach Kathmandu bin ich auch in eine andere Welt geflogen.
In der Luft liegen die unterschiedlichsten Düfte, ein Mix zwischen Räucherstäbchen, Gewürzen, Strassenabfällen und Unbekanntem. In den schmalen Gassen herrscht ein Chaos: Autos, Rischkas, Motorräder, Fahrräder, Fussgänger, Bettler, Strassenverkäufer, Rinder – alles kreuz und quer. Eigentlich wäre Linksverkehr, doch alle suchen den besten Weg, weichen Schlaglöchern aus, fahren quer über die Kreuzung und halten überall an. Frauen tragen farbenprächtigen Saris, Männer hinduistische Käppis. Im touristischen Thamel Quartier steht ein Outdoorshop neben dem anderen – Nepal ist DAS Trekkingland. Bisher habe ich sie noch nicht gesehen, die hohen Himalayaberge, beim Anflug auf Kathmandu lagen sie in Wolken verhüllt und von der Stadt aus sind sie von davorliegenden Hügeln verdeckt. Hier auf 1300 Metern über Meer ist es angenehm warm, tagsüber zwischen 20 bis 25 Grad Celsius und nachts schlafe ich seit Ewigkeiten wieder unter einer dünnen Decke. Während ich auf das pakistanische Visa warte, spaziere ich durch die Strassen und über Plätze, besuche hinduistische und buddhistische Tempel. Die zwei Religionen verschmelzen hier ineinander, jeder hinduistische Tempel weist auch buddhistische Artefakte auf und umgekehrt. Und die Menschen sind freundlich und interessiert, ich werde spontan von Som, einem Restaurantarbeiter zum Essen eingeladen, mit einem Nepalreiseführer und Nepalkarten beschenkt. Som meint, dass die Menschen auf dem Land sehr gastfreundlich sind und dass es für mich kein Problem sein wird, unterwegs einen Platz zum Schlafen zu finden. Seit gut einer Woche ist Nepal kein hinduistisches Königsreich mehr, der Königspalast steht leer und wird in ein paar Monaten als Museum die Tore öffnen. Der ehemalige König wohnt nun ausserhalb in einer eigenen Wohnung und viele Nepalesie meinen, dass das Ende der Monarchie eine Entwiccklungschance für ihr Land sei. Momentan fordern Studenten von der Regierung verbilligte Tickets für den öffentlichen Verkehr, auch streikt der öffentliche Verkehr für verbilligten Treibstoff. Da ich mit meinem eigenen Fahrzeug unterwegs bin, stört mich der ruhende Verkehr gar nicht – im Gegenteil!
Ich wohne hier im legendären ‚Kathmandu Guesthouse‘, seit 1904 im Betrieb, mit einem wunderschönen Innengarten und dem Wissen, dass auch schon die Beatles hier genächtigt haben. Heute konnte ich mein Pakistanvisum abholen, das Fahrrad steht reisebereit in meinem Zimmer und wenn es morgen früh nicht regnet, starte ich meine Velofahrt über Pokhara um später den westlichsten Grenzübergang nach Indien in Mahendranagar zu finden – Namasthe!

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1 Kommentar zu „in Kathmandu / Nepal“

  1. Hallo Hans,
    wieder ein spannender Reisebericht. Die Bilder untermalen deine Erzählungen immer hervorragend. Als alter Beatles Fan habe ich mich natürlich in Bücher vertieft um nachzuprüfen wann die Beatles denn in Nepal waren. Was ich herausgefunden habe müssen sie wohl Nepal, während ihres Aufenthaltes bei einem Guru in Indien, besucht haben.
    Ich bin gespannt darauf wie du Pakistan erlebst. Ich konnte letzthin im TV eine Privat-Reisedoku über Pakistan ansehen. Mir scheint das was wir über Pakistan von den Medien berichtet bekommen, wohl oft ein ganz falsches Bild auf dieses Land wirft.
    Nun, ich wünsche dir auf jeden Fall alles gute für die nächste Zeit und freue mich auf den nächsten Bloceintrag.

    Liebe Grüsse
    Nick

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