weiter gehts Richtung Westen / 4865km

In meist grossen Tagesettappen von über hundert Kilometern durchfahre ich zum zweiten mal das flache Mekongdelta Richtung kambotschanische Grenze. Im Gegensatz zu der ‚ersten‘ Mekonktour mit Anna sehe ich die Gegend nun aus der Fahrradhöhe. Es ist weiterhin sehr warm (starte meine Fahrten um fünf Uhr morgens) und die seltenen Regenschauern vermögen die Luft nur unwesentlich abzukühlen. Es kommt mich sehr komisch vor, nach vier Wochen gemeinsamer Reise nun wieder wortkarg durch die Welt zu fahren. So finde ich meine Gesprächspartner wieder am Wegesrand, auf dem Markt oder beim Beziehen des Hotelzimmers. Ich finde meine Wegstrecken problemlos, nur einmal schwindelt mir die Karte eine grosse Brücke über einen Mekongarm vor, welche sich dann in Natura als eine Fährverbindung präsentiert. Drei Fahrradtage später passiere ich einen südlichen Grenzübergang nach Kambotscha.
Der kambotschanische Zöllner verlangt fuer das Visum ohne mit der Wimper zu zucken 25 USD. Ich lache ihn an und sage, dass ich die zwei letzten Male nur je 20 USD bezahlt habe und dass ich gerne bereit bin, ihm nebst diesem Betrag einen USD zu überreichen. Ab diesem Moment sagt der Zöllner nichts mehr, steckt den ‚gespendeten‘ Dollar ein und hat wohl ’sein Gesicht verloren‘.

Im Gegensatz zu Vietnam sind die kambotschanischen Strassen fast verkehrsfrei.  20 Kilometer nach Grenzübertritt zweige ich westwärts auf eine braune Staubpiste ab. Hier braucht es nur ein motorisiertes Fahrzeug, damit ich mit rotem Staub eingepudert sein kann (es begegnen mir mehrere Fahrzeuge).
Ich weiss nicht warum, aber ich durchfliege das südliche Kambotscha nur so. Gönne mir in der grünen, mit Hügeln durchsetzten Landschaft nur einen Ruhetag in Kep. Im wunderschönen Ressort ‚Kep Lodge‚ baue ich auch zum ersten mal das Zelt auf. Als Zeltneuling schwitzte ich dann in der ersten Nacht toll vor mich hin,  habe es doch unterlassen, nur das luftige Innenzelt aufzubauen. Das schaff ich dann für die zweite Nacht.


Nach fünf Tagen und fast 500 Fahrradkilometern verlasse ich das Südkambotscha nach Thailand. Mit Thailand steht auch Bangkok vor der Tür und damit auch der Entscheid, wie es auf meiner Reise weitergehen soll. Soll ich nach Kathmandu in Nepal fliegen, um mich dann irgendwie über Nordindien, Pakistan und Iran nach Europa zu bewegen? Oder soll es doch mehr nordwärts über ehemalige GUS Staaten Richtung Schweiz gehen? Oder soll ich nicht gleich nach Ankara oder Istanbul fliegen um dann gemächlich Richtung Hause zu radeln? – Ich weiss es heute noch nicht und zum Glück kommt mir da meine altbekannte Weisheit in den Sinn: ‚Mache keine grossen Entscheidungen wenn du hungrig, durstig und müde bist!‘ Und da ich alles in mir spüre, werde ich mir jetzt ein scharfes thailländisches Znacht auf dem Markt gönnen und danach müde ins Bett fallen. Wir werden dann sehen….

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2 Kommentare zu „weiter gehts Richtung Westen / 4865km“

  1. Dear Hans,
    You dropped me in Hoi An (your writing). So I don’t know where you are, how you are getting along with your journey and which countries you will pass. I have tried to contact you many times, but I could not. You know I’ve worried a lot I also don’t know why I can’t send messages to you with your new phone number. So are you home or in Cambodia now? My teacher fellows have just finished our five-day trip to the Southwest of Vietnam. We went to Can Tho, visited Ninh Kieu Harbour, went boating in Phu Sa Ecotourism Park and sightseeing of Cai Rang floating Market. Then we came to Ha Tien, where we stayed for two days, swam at Mui Nai Beach (It is now not as beautiful as it used to be.) Then we visited a Chua Hang Pagoda, Phu Tu Island, … Then we drove to Rach Gia (Kien Giang) and stayed there for one night waiting for the Supperdong II ship to set out to Phu Quoc Island. You know that was the first time I went there so I was so excited that I stood on board all the time (now I get sunburned and I bet you can’t recognize me). We stayed there for just 26 hours. I regret not having enough time to explore the island more.
    Dear Hans,
    I did send you messages all the journey If you had been with us, you would have had a great time with many games (we played them in our childhood), enjoyed the sea food with low price (we bought from the market place the cook it at the beach.), I would have introduced some traditional and cultural activities there. . I wish I could meet you once. But I couldn’t. Maybe we will never meet each other again.
    Hans,
    Whatever life is, we are pen pals, aren’t we,?
    I’m looking forward to hearing from you.
    Good luck.
    Thanh Phu

  2. Lieber Hans
    Anna hat uns deine homepage Adresse geschickt und so habe ich in den letzten Tagen in deinen Reiseberichten gestöbert, mich in die asiatische Welt verführen lassen und für einmal auch wieder ein bisschen Fernweh bekommen. Ich bin gespannt, welche Entscheidung du in Bangkok treffen wirst.
    Einen herzlichen Gruss
    Gerda

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