10.11.08

in einem Flug nach Istanbul

Veröffentlicht in Allgemein um 11:57 von hrubi

Zurueck in Europa!

Da ich die Geduld verlor, weiter auf das Iranvisum zu warten, kaufte ich in Karachi ein Flugticket nach Istanbul. Mit diesem Flug bin ich in eine neue und auch altbekannte Welt geflogen: Istanbul begruesst mich mit angenehmen Temperaturen um die zwanzig Grad, mit einem strahlendblauen Marmarameer mit unzaehligen Schiffen, mit westlich leicht gekleideten Menschen und mit Feinasphaltstrassenbelaege und kaum hoerbaren Autos! Die Moscheen und Bazzars erinnern mich noch an Pakistan, doch in ihrer aufgerauemten, geordneten und herausgeputzten Art wirken sie irgendwie auch fremd auf mich. Ich geniesse die Ahnnemlichkeiten von Europa und traure um das Chaos von Asien. Muss mich wieder an die europaeischen Preise gewoehnen, werde komisch angeschaut, wenn ich ueberall um den Preis feilschen will. Hier nun kann ich laengst faellige Kleinreparaturen am Fahrrad taetigen, Proviant fuer die Weitereise nach Griechenland einkaufen und mit den Touristen deutsch sprechen. Merke, dass mir ein paar Woerter nur in Englisch praesent sind und dass mir die deutsche Sprache fremd vorkommt. Ich brauche wohl ein paar Tage, um auch mit dem Geist anzukommen und wenn das Heimweh allzustark werden sollte, kann ich ja mit dem Faehrschiff ueber den Bosporus rueber nach Asien fahren!

„Hos Geldiniz“ and „Salam aleiku“

10.03.08

das gastfreundliche Pakistan

Veröffentlicht in Allgemein tagged , , , , um 1:31 von hrubi

„Was kommt dir in den Sinn, wenn du an Pakistan denkst?“ Diese Frage soll ich zuhause stellen, denn viele Pakistani glauben, dass sie von der Aussenwelt als Terroristen gesehen werden.
Im Gegensatz zu diesem Fremdbild erlebe ich die Pakistani unglaublich gastfreundlich. Es vergeht kein Halbtag, wo ich nicht zu Getraenken, zum Essen oder zu einer Uebernachtung eingeladen werde. Und da ich eine Essenseinladung ablehnte, steckte der Mann mir 200 Rupis (3 CHF) zu, ein groser Geldbetrag, wenn ein Gaertner monatlich 5000 Rupis verdient! Die Menschen zeigen sich interessiert, Fragen nach Namen und Wohnland, Gespraeche handeln ueber Glauben und Religion, den Familinenstatus, obengenanntem Fremdbild und den Auflagen, um ein Schweizervisum zu bekommen.
Seit ich Lahore verlassen habe, verbringe ich viel Zeit mit mich Vorstellen, mit kurzen und laengeren Dialogen und mit Einladungen an- und ablehnen.
Hier im Punjab ist es unglaublich heiss, ich schaetzte die Tagestemperaturen ueber 35 Grad Celsius. Radle frueh los, um die ersten Kilometer in der morgentlichen Kuehle fahren zu koennen. Zum Teil schlafe ich in Hotels, in privaten Wohnungen oder, in Kabirwala vorgekommen, auf der Polizeistation! In dieser Ortschaft wurde mir aufgrund fehlender Hotels geraten, bei der Polizei um Asyl zu fragen. „Kein Problem!“ schnell war ein Raum freigemacht und ein Schnurbett aufgestellt worden – eine Nacht an einem sicheren Ort. Zum ‘Dank’ bekam ich tags darauf eine persoenliche Polizeieskorte, welche mich die ganze Strecke nach Multan begleitet hat! ‘Warum eine Polizeieskorte?“ „Only for road security“ war die Antwort. Heute Morgen habe ich mich leise und still auf den Weg gemacht, finde ich doch ein hupendes Begleitfahrzueg (Polizeiauto) mit bewaffneten Polizisten nicht gerade eine unauffaellige Begleitung.

09.18.08

Zanskar und Ladakh in Nordindien

Veröffentlicht in Allgemein um 3:17 von hrubi

Meine lieben Freunde, Blogleserinnen und -Leser,

ich habe lange nichts von mir hören lassen, da ich in den letzten Wochen in einem wirklich abgelegenen Teil der Welt unterwegs war!

Auf den Tipp eines Reisenden habe ich mich auf den Weg in den hohen Norden Indiens gemacht. Keuchend bin ich von Manali über den Rohtang La(3975 Meter über Meer (M.u.M.) gekrochen und in eine wunderbare alpine Hochwelt vom Himalaya getaucht! Ich lebte in den letzten Wochen ein abenteuerliches Leben, schlief viel im Zelt, kochte auf dem Bezinkocher, band das Fahrrad auf ein Lastpferd, wenn der Pfad fürs Fahren zu schmal wurde und half für zehn Tage beim Aufbau einer Schule in Kargyak im Zanskar Valley mit.
Viele Leute haben sich Sorgen um mich gemacht, weil ich lange keinen Blogeintrag mehr geschrieben habe. Nun, heute in Srinigar bin ich auch wieder in eine digitale Welt getaucht und ich möchte euch nun kurz von meiner letzten Reiseettappe berichten. Ah, fast habe ich vergessen zu sagen, dass es mir körperlich und geistig gut geht!

Hier ein paar Geschichten: In Darcha habe ich Kesersing, einen tibetanischen Horseman angeheuert, welcher mich mit zwei Lastpferden von Darcha über den Shingo La Pass (5045 M.u.M.) nach Padum begleitete. Ein Pferd für das Fahrrad (nicht umgekehrt) und ein Pferd für’s Gepäck und die Trekkingausrüstung. Diese Nacht durfte ich gleich im Hause Kesersings schlafen und seine Schwester hat mir am Morgen ein Paar handgestrickte Wollsocken als Abschiedsgeschenk mitgegeben. Bei feinem Nieselregen sind wir dann einem Fluss folgend in ein Seitental Richtung Shingo La aufgebrochen. Die Bergwelt hat sich in den nächsten Tagen von seinen beeindruckenden Seiten gezeigt, verschneite Bergspitzen bis zu 7000 M.u.M., Gletscher welche sich durch Taleinschnitte zwängen, kalte Bachdurchquerungen, flatternde tibetianische Gebetsfahnen auf Passübergängen, kleine Bergdörfer, welche sich farblich nur unscheinbar von der Umgebung abheben und überall freundliche Menschen, welche mich spontan zu gesalzenem Buttertee oder ein Nachtlager im einzig geheizten Raum des Hauses eingeladen haben. Als wir nach vier Tagen das erste Dorf namens Kargyak erreicht haben, beschloss ich kurzfristig, dort am Aufbau einer Schule mitzuhelfen. Dabei konnte ich meine praktische Handwerksader zeigen und ich fixierte die zwanzig Meter lange Fensterfront an Deckenbalken, während nepalesische Arbeiter die umgebenden Wände mit Jakshit verputzten. In diesen zehn Arbeitstagen genoss ich einmal eine Solardusche und ich praktizierte täglich im Dorfgompa meine morgentlichen und abendlichen Mediationssitzungen. Die praktische Arbeit tat mir gut, und wenn ich dann einfach müde von der dünnen Luft war (Kargyak liegt auf etwas 4200 M.u.M.) habe ich einfach den Blick über das Hochtal genossen und gestaunt, wie sich dieses stündlich in anderen Farben präsentiert hat. Die Dorfbewohner haben während diesen zehn Tagen ihre kleinen Gerstenfelder von Hand abgeerntet. Alle bereiteten sich für die bald kommende, eiskalte Winterzeit vor. Das Wissen um diese kalte Zeit mit verschneiten Pässen hat mich dann auch weitergetrieben. Mit Tuschi, einem Horseman von Kargyak zog ich Richtung Padum weiter, besuchte in einem Seitental das tibetanische Kloster Puktal, welches sich wie ein Adlernest an eine Felswand klammert. Nach gut hundert Kilometern Trekkingweg erreichten wir Mone und dort schraubte und biegte ich mein Fahrrad wieder zusammen und begann eine mehrtaegige Schüttelfahrt über eine steinige Offroadpiste über den Pensi La (4400 M. u. M.) ins Surutal und ins muslimische Kargil. Von dort kletterte die nun wunderbar fein geteerte Strasse dem Drasfluss entlang hoch zum kältesten Ort Indiens nach Drass (was war dieser Ort heiss als ich in durchquerte) und weiter zum Zoji La (3530 M.u.M.). Es folgte eine steile offroad Abfahrt nach Sonamarg. Die Strasse in den steil abfallenden Fels geschlagen, auf welchen die Lastwagen im kleinsten Gang hochkämpften, dabei Staub und Russ aufwirbelten und die Beifahrer damit beschäftigt waren, alle hundert Meter einen grossen Stein hinter das Hinterrad zu schieben, damit die Lastwagen nicht rückwärts über den Abgrund ins Tal rollten! Sonamarg könnte landschaftlich betrachtet ein Schweizer Bergdorf sein, rauschende Bäche, grüne Wiesen und Tannen, Sicht auf verschneite Bergen. Iritierend für eine Schweizerwelt sind dann nur die muslimischen Menschen, welche bärtig in ihren shwar Kamez (Umhängen) Ziegenherden begleiten und mir ein ‘warey chukai’ (Hallo) zurufen. Hier im Kashmirtal präsentiert sich viel bewaffnete Militär- und Polizeipräsenz, Ausschreitungen sind für den Kashmir und Jammu bekannt. Zum ersten mal auf meiner Reise fühle ich mich durch diese bewaffnete Präsenz unsicher, ich bleibe nur zwei Nächte auf einem wunderschönen Hausboot  in Srinagar und werde danach mit dem Bus direkt über Jammu nach Amritsar weiterreisen.

Vorbereitung in Darcha

Vorbereitung in Darcha

Richtung Zanskar

Richtung Zanskar

Vor Shingo La

Vor Shingo La

Vor Shingo La

Vor Shingo La

im Zanskartal

im Zanskartal

die Gerste wird von Hand geerntet

die Gerste wird von Hand geerntet

Kloster in Karsha

Kloster in Karsha

junger Moench

junger Moench

auf dem Pensi La

auf dem Pensi La

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